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Höhere Berufsbildung

Das Panikmonster überlisten: Tipps für den Übertritt in die höhere Berufsbildung

Die höhere Berufsbildung erfordert ein hohes Mass an Eigenverantwortung. Eine häufige Herausforderung ist das systematische Aufschieben von Aufgaben – die sogenannte Prokrastination. Mit unseren Tipps können Sie Ihre Mitarbeitenden beim Kampf gegen das Panikmonster unterstützen und Stress reduzieren.

Der Schritt in die höhere Berufsbildung bedeutet meist auch einen Schritt in eine neue Form des Lernens. Während die Lernenden in der beruflichen Grundbildung von ihren Lehrbetrieben eng durch die Lehrzeit begleitet werden, wird in der höheren Berufsbildung an die Eigenverantwortung appelliert. Damit dieser Wechsel gelingt, benötigen die Mitarbeitenden neue Fähigkeiten. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihre Mitarbeitenden auf die neuen Herausforderungen vorbereiten können.

In der höheren Berufsbildung müssen sich die Mitarbeitenden eigenständig mit dem Lerninhalt auseinandersetzen. Sie bereiten sich oft monatelang auf eine Prüfung vor – ohne vorgegebenen Lernplan oder ähnliche Leitlinien für die Prüfungsvorbereitung. Fehlt die Erfahrung im eigenverantwortlichen Lernen, neigen wir dazu, Aufgaben systematisch aufzuschieben. So vergehen Tage, Wochen oder sogar Monate. Erst wenn die Prüfung oder der Abgabetermin einer Arbeit unmittelbar bevorsteht und das Panikmonster zuschlägt, verfallen wir in hektischen Aktionismus.

Dieses Phänomen nennt sich Prokrastination und bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt «für morgen». Dabei handelt es sich nicht um einfache Faulheit, sondern oft um tiefere psychologische Mechanismen wie Angst vor Versagen, Perfektionismus oder Mangel an Selbstregulation. Die gute Nachricht: Es gibt Strategien, um Prokrastination zu reduzieren, sodass das Panikmonster keine Chance mehr hat. Unterstützen Sie Ihre Mitarbeitenden beim Übertritt in die höhere Berufsbildung, indem Sie die folgenden Tipps mit ihnen teilen:

  1. Steck dir kleine Ziele
    Grosse Projekte wirken oft überwältigend und abschreckend. Teile die Aufgaben deshalb in kleinere Tätigkeiten auf. Zum Beispiel nimmst du dir für den Anfang vor, nur das erste Kapitel zu lesen oder die erste Aufgabe zu lösen. So fällt es dir leichter, die Hemmschwelle zu überwinden. Wenn du den Einstieg geschafft hast, wirst du mit einen Motivations-Boost belohnt!
     
  2. Planung ist die halbe Miete
    Es klingt banal und ist doch so wichtig: Erstelle einen Plan und schreibe auf, wann du welche Aufgabe erledigen möchtest. Rechne genügend Reserve bzw. Pufferzeiten mit ein und lasse Platz für deine Freizeitaktivitäten und Belohnungen. Wenn du den Plan mit deiner Familie oder anderen Personen teilst, erhält er mehr Gewicht und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass du dich daran hältst.
     
  3. Finde eine passende Lerntechnik
    Damit du deine Zeit möglichst effizient nutzen kannst, musst du eine für dich passende Lerntechnik finden. Versuch es einmal mit der Pomodoro-Technik: Arbeite 25 Minuten konzentriert, mache anschliessend 5 Minuten Pause und arbeite wieder 25 Minuten konzentriert und so weiter. Achte darauf, deine Arbeit vorab in Häppchen einzuteilen. Diese Methode motiviert und hilft dir dabei, dich zu fokussieren.
     
  4. Vermeide Ablenkungen
    Was hält dich vom Lernen ab? Finde deine Störfaktoren und beseitige sie. Schaffe dir eine Umgebung, die dich unterstützt: Räume deinen Schreibtisch auf und lege das Handy weg.
     
  5. Reflektiere deine Methoden
    Überprüfe systematisch, ob du dich an deinen Plan hältst, wie du mit dem Lernen vorankommst und ob deine Strategien funktionieren. Wenn alles gut läuft, dann mach weiter so. Ansonsten gehe zurück zu Tipp 1. Finde den Einstieg, passe deine Planung an und informiere dich über weitere Lerntechniken.