Höhere Berufsbildung
Vom Prüfling zum Profi: Ein Netzelektrikermeister berichtet
Was motiviert dazu, die höhere Fachprüfung zum Netzelektrikermeister mit eidg. Diplom abzulegen? Welche Türen öffnen sich danach, und wie gelingt die optimale Vorbereitung? In unserem Interview gibt Mario Schärz, ein erfolgreicher Absolvent und Stv. Leiter Elektrizität und CATV bei der IBB Energie AG, spannende Einblicke in seinen Werdegang, teilt wertvolle Tipps und spricht über wichtige Eigenschaften von guten Referent/innen.
Was hat Sie dazu motiviert, die höhere Fachprüfung zum/zur Netzelektrikermeister/in mit eidg. Diplom zu absolvieren?
Nach erfolgreichem Abschluss der Berufsprüfung zum Netzfachmann war mir klar, dass ich gerne noch weitergehen möchte, um noch einen tieferen Einblick in unser Fachgebiet zu erhalten.
Wie hat sich Ihr beruflicher Werdegang nach dem Bestehen der Prüfung verändert? Welche neuen Möglichkeiten haben sich für Sie eröffnet?
Zunächst hat sich nicht viel geändert, ich habe wie zuvor als Projektleiter in der Energieversorgung weitergearbeitet. Vor 1,5 Jahren konnte ich jedoch an die Stelle des stellvertretenden Abteilungsleiters nachrücken.
Welche Strategien, Ressourcen oder Lernmethoden haben Sie bei der Vorbereitung auf die eidg. Prüfung genutzt? Was war für Sie besonders hilfreich?
Den fachlichen Teil versuchte ich bei meiner Arbeit möglichst 1 zu 1 umzusetzen, um so die Abläufe und Vorgehensweisen zu verinnerlichen. Von grossem Nutzen war auch die Zusammenarbeit mit meiner Lerngruppe, wir konnten unsere Erfahrungen und unser Wissen effizient untereinander teilen.
Welche Fähigkeiten, Interessen oder persönlichen Eigenschaften sind aus Ihrer Sicht besonders wichtig für Personen, die diese Prüfung ablegen möchten?
Abgesehen vom technischen Interesse und Verständnis braucht es gute Menschenkenntnis sowie Ausdauer und Belastbarkeit. Es ist aber auch wichtig, mit Freude in der Energieversorgung zu arbeiten und diese stets voranzutreiben und zu verbessern. Darüber hinaus ist Flexibilität im Umgang mit den sich stetig ändernden Techniken und Reglementen gefragt.
Welche beruflichen Erfahrungen sind Ihrer Meinung nach eine gute Grundlage für die höhere Fachprüfung zum/zur Netzelektrikermeister/in?
Zwei bis drei Jahre Erfahrung in der Projektierung sowie kleinere Berührungspunkte in der Personalführung bilden eine gute Basis, um die Weiterbildung sowie die Prüfung erfolgreich zu absolvieren.
Welche Tipps würden Sie künftigen Prüfungskandidatinnen und -kandidaten geben, um sich bestmöglich vorzubereiten?
Sofern es möglich ist, hilft eine gut geregelte Stellvertretung am Arbeitsplatz während den Schulblöcken. Nur so kann man sich 100% auf die Weiterbildung konzentrieren. Davon abgesehen war die praktische Umsetzung des Gelernten im Betrieb für mich die beste Methode, die Lerninhalte zu verinnerlichen.
Was erwarten Sie von einem kompetenten Referenten oder einer kompetenten Referentin in einem Vorbereitungskurs zur höheren Fachprüfung?
Ich erwarte von einer Referentin oder einem Referenten, dass sie bzw. er gedanklich voll und ganz bei der Weiterbildung ist. Da die meisten Referent/innen aus der Energiebranche kommen, ist es meistens so, dass sie im Hintergrund mehrere Projekte am Laufen haben. Dies kann sich beim Unterricht negativ bemerkbar machen. Darum ist es wichtig, dass sich Referent/innen bewusst auf ihren Lehrauftrag konzentrieren. Ebenfalls erwarte ich von Referent/innen eine gewisse Berufserfahrung, sodass sie den Unterricht mit ihren praktischen Erfahrungen ergänzen können.
Könnten Sie sich vorstellen, selbst als Referent tätig zu werden und Ihr Fachwissen weiterzugeben? Unter welchen Umständen wäre dies für Sie eine Option?
Zurzeit bin ich in meinem Beruf sehr gut ausgelastet und muss mich auf die neuen Herausforderungen einstellen und mich zurechtfinden. In Zukunft könnte ich mir aber durchaus vorstellen, Referent zu werden, sofern es die Anstellung dann auch zulässt.